Kiesentnahme Bregenzerache

Kiesentnahme Bregenzerache

Im Bereich Eisenbahnbrücke bis VKW-Kraftwerk - Wasserfassung Bezau wird derzeit Kies entnommen und im Bereich Sporenegg-Brücke wieder in der Bregenzerache deponiert, da im unteren Bereich der Bregenzerache ein Geschiebedefizit vorliegt.

Grund hierfür könnte sein, dass seit dem Hochwasser 2005 sehr viel Geschiebe durch bauliche Maßnahmen aus der Bregenzerache oberhalb von Bezau entnommen worden ist und das restliche Geschiebe im Bereich der Fassung Andelsbuch wie auch im Bereich der Furt Moosbrugger im Zuge von Instandhaltungen entnommen worden ist.

Um dieser Situation entgegen wirken zu können ist nun angedacht bei den zukünftigen Geschiebeentnahmen im Bereich der Fassung Kraftwerk Andelsbuch in Bezau das angefallene Kies zum Teil wieder flussab im Bereich Brücke Nr. 8 „Sporenegg“ in der Bregenzerache seitlich abzulagern.

Das Geschiebe soll in Form einer langen Geschiebebank im Bereich des Mittelwassers im Trockenen angelagert werden, sodass diese bei erhöhtem Wasserstand erodiert und weiter transportiert wird. Geplant ist, dass eine Kiesmenge in der Größenordnung von rund 1500 m³ angelagert wird. Dies soll bei jeder zukünftigen Geschiebeentnahme erfolgen, sofern das Kies an der genannten Stelle bereits erodiert worden ist

 Das Geschiebedefizit im Unterlauf der Bregenzerach (vor allem zwischen Reuthe und der Rotachmündung) kann auf Grundlage mehrerer Begehungen bestätigt werden. Vorhandene Kiesbänke wurden kleiner und bestehen mittlerweile nur mehr aus einer sehr groben Deckschicht. Geringfügig vorhandenes sandiges Material stammt aus der Subersach. Die kleinern und mittleren Körnungen fehlen beinahe vollständig. Dies hat zu Erosionserscheinungen mit Sohleintiefungen geführt, die die Stabilität vorhandener Verbauungen insbesondere entlang der ehemaligen Wälderbahntrasse massiv gefährden.

 

Der Abschnitt im Bereich der Brücke Sporenegg weist einen ausreichend großen Querschnitt auf, der eine seitliche Anlagerung von Geschiebematerial ohne Schaden für Dritte zulässt. Im Übrigen wird das Geschiebe nicht erst bei einem Extremhochwasser erodiert und weitertransportiert, sondern bereits bei Wasserführungen ab ca. 100 m³/s. Diese für den Bewegungsbeginn erforderliche Wasserführung wurde bei einem Modellversuch für die Bregenzerach im Bereich Bezau flussauf der VKW-Fassung ermittelt.

 

Flussab davon wird sich das zusätzliche Geschiebe hauptsächlich in Bereichen mit größerer Sohlbreite bei abklingender Wasserführung temporär ablagern. Bei der ersten Stelle mit größerer Gewässerbreite flussab der Brücke Sporenegg, beim ehemaligen Fußballplatz Schwarzenberg, hat sich jedoch bei den Hochwässern der letzten zwei Jahre orographisch rechts eine ausgeprägte Tiefenrinne ausgebildet, sodass hier davon ausgegangen werden kann, dass das Geschiebe in diesem Bereich weiter transportiert wird.